Erlebnishof Alte Mühle wiedereröffnet-Sankt Englmars Gemeindebetrieb unter neuer Führung

Ein „Soft-Opening“ gab es schon im Dezember, wobei sich der Neustart im Dezember alles andere „soft“ gestaltete. Zuerst eine intensive, rekordverdächtig schnelle Renovierungsphase, dann der Start im Weihnachtsgeschäft – gleich zu Beginn wurde die Pächterfamiliie Wittmann auf die Probe gestellt: Wird das neue Equipment für den Betrieb rechtzeitig geliefert, kann es in kürzester Zeit installiert werden und funktioniert dann auch alles? Wie läuft die Abstimmung im Team? Aber die „Neuen“ in der Alten Mühle haben ihre Feuertaufe bestanden. Seit letzter Woche ist die „Alte Mühle“ auch offiziell wiedereröffnet.

 

Der Erlebnishof  "Alte Mühle" wurde 1996 im Zuge der Errichtung des Kurparks am früheren Mühlenstandort von Sankt Englmar wieder aufgebaut, nachdem die ursprüngliche Mühle unter der Schneelast des Winters 1982/83 zusammengebrochen war. Idee war und ist es, die bäuerliche Kultur und ihre Produkte an diesem zentralen Ort im Kurpark v.a. den Gästen näherzubringen. Bei der Anlage handelt sich um eine wieder aufgebaute historische Mühle aus dem Pustertal, die zu einem Vorzeige-Hof für die ganze Familie ausgebaut wurde. Den Mittelpunkt bildet ein Bauernhaus mit Wirtsstube, Scheune und Stallungen sowie ein Backofen. Streuobstwiesen, eine Viehweide und ein Bauerngarten mit Blumen, Gemüse und heimischen Kräutern runden das Ensemble ab. Namensgeberin ist die voll funktionsfähige Bauernmühle, die im Zuge der Bauarbeiten von Massing nach Sankt Englmar transferiert wurde. Mit etwa zwei Millionen Mark schlug die Errichtung des Erlebnishofs Alte Mühle seinerzeit zu Buche, wobei diese zu etwa zwei Dritteln mit Fördermitteln der EU sowie des Freistaates bezuschusst wurde. In regelmäßigen Abständen finden in und um die Alte Mühle verschiedene Aktivitäten statt, so etwa Vorführungen von alten bäuerlichen Handwerkstechniken, wie Schnupftabakreiben, Holzschuhmachen, Besenbinden oder Sensendengeln. Natürlich wird auch der Backofen genutzt und so können Interessierte von der Teigherstellung bis zum Backen verfolgen, wie echtes Bauernbrot entsteht. Und was wäre ein echter Bauernhof ohne Tiere? Momentan sind sieben Ziegen, ein Ziegenbock und zwei Hasen in der Alten Mühle daheim und Kinder haben ihre helle Freude an den zutraulichen Tieren. Und in den Sommermonaten könnten es durchaus noch ein paar mehr werden, lassen die Wittmanns durchklingen.

 

Bei einer Feierstunde in der Mühlstube mit dem Englmarer Gemeinderat, einigen Geschäftspartnern, der Familie und vielen Freunden bedankten sich die neuen Pächter des Erlebnishofes, Elisabeth und Roland Wittmann, für die Unterstützung in der Startphase. „Wir haben lange nach dem Richtigen gesucht, jetzt hat es uns gefunden“, so Wirtin Elisabeth bei ihrer Begrüßung.

 

Bürgermeister Anton Piermeier zeigte sich hocherfreut, die Familie Wittmann als Pächter zu haben und so die „Alte Mühle“ in besten Händen zu wissen, ist doch der Gemeindebetrieb quasi die Visitenkarte für den Ort. Und so wünschte er der Wirtin und ihrer gesamten Familie einen gutes Händchen und das notwendige Quäntchen Glück. Augenzwinkernd fügte er hinzu „Bislang gab es noch keine Beschwerden, ich hoffe, dass es so bleibt!“ und überreichte den Wirtsleuten ein Gemeindewappen, das zukünftig die Wirtsstube zieren soll.

 

Ihr Motto ist: „Von Familie für Familie“ und so packen auch die drei Kinder der Wittmanns, Alex, Christina und Kathi mit an. Die Wirtsleute werden sich in Zukunft die Aufgaben im Betrieb teilen: Elisabeth, die Wirtin kümmert sich um die bäuerlichen Produkte und das leibliche Wohl der Gäste. Sie ist gelernte Hotelfachfrau und gelernte Köchin. Ihre Ausbildung hat sie im renommierten Angerhof absolviert und war die letzten Jahre Küchenchefin im Kloster Kostenz. Ihre Küche beschreibt sie selbst als frisch, regional und selbstgemacht. Schaut man auf die ständig wechselnde Tageskarte, hat man den Eindruck als wäre sie auch „etwas vegetarischer“ als sonst in der Region üblich. Für ihre selbstgemachten Strudel kann Elisabeth Wittmann ab dem nächsten Spätsommer auch Obst verwenden, das sie direkt vor der Haustür findet, „vorausgesetzt der überaus engagierte Biber im Englmarer Kurpark lässt noch ein paar von den Apfelbäumen auf der Streuobstwiese bei der Mühle übrig, über die er sich kürzlich hergemacht hat“, fügt sie lachend hinzu.

 

Roland Wittmann ist gelernter Maurer und handwerkliches Multitalent, war viele Jahre Hausmeister im Schmelmerhof bzw. auf der Sommerrodelbahn und wird sich so zukünftig um das komplette Drumherum kümmern. Das ist aber nicht alles: Als Servicekraft ist er zwar ein klassischer Quereinsteiger, aber der Umgang mit den Gästen zeigt, wie viel Spaß ihm seine neue Aufgabe macht. Und so ließ er es sich auch nicht nehmen, das erste Fass anzuzapfen und mit den Ehrengästen und Geschäftspartnern auf die neue „Alte Mühle“ anzustoßen. Nach dem gekonnten Anstich durch den Wirt gratulierte Karmeliten-Brauerei-Geschäftsführer Christoph Kämpf der Gemeinde zu ihrer Wahl der Pächter.

 

Für Musik beim Eröffnungsabend sorgte Elmar Pfender und kurzerhand auch der 2. Bürgermeister Andi Aichinger, der einige Gstanzln über die Wirtsleute, Geschäftspartner und Ehrengäste zum Besten gab. Mit einer bayerischen Brotzeit und Freibier bedankten sich die Wirtsleute bei den Gästen für ihr Kommen.

 

Momentan überarbeiten die Wittmanns in Zusammenarbeit mit Tourist-Info Sankt Englmar das komplette Veranstaltungsprogramm für die kommende Sommer- und Herbstsaison. Es ist  voraussichtlich ab Ostern in der Tourist-Info Sankt Englmar, auf dem Erlebnishof Alte Mühle und unter http://www.urlaubsregion-sankt-englmar.de/sommer/kurpark erhältlich.


von Astrid Piermeier